Fragen und Antworten (FAQs)

Abstimmung mit Gemeinde Pöcking / Kommunale Wärmeplanung

Kann ich mit meiner Entscheidung nicht warten, bis die Gemeinde etwas unternimmt (Stichwort kommunale Wärmeplanung)?

  • Die Gemeinde Pöcking wird keine Heizungslösung am Lindenberg oder in Pöcking zur Verfügung stellen. Dazu ist sie auch nicht verpflichtet.
  • Die "Kommunale Wärmeplanung" sieht eine Potenzialanalyse vor, dies beinhaltet aber nicht, eine Wärmeversorgung von Seiten der Gemeinde oder des Staates zur Verfügung zu stellen – das ist und bleibt Sache der Anwohner.
  • Die Gemeinde Pöcking wird also selbst keine Angebote machen oder Lösungen suchen, um die Wärmeversorgung sicherzustellen.
  • Die Gemeinde unterstützt und befürwortet aber das Nahwärmeprojekt Lindenberg intensiv.

→ Wer eine nachhaltige und bezahlbare Heizungslösung für sein Haus am Lindenberg möchte, der sollte sich jetzt am Wärmenetz Lindenberg beteiligen und nicht darauf warten, dass die Gemeinde ein Angebot macht – dies wird nicht geschehen!

Wie hängt das Nahwärmeprojekt mit dem Solarpark der Pöckinger Energiegenossenschaft zusammen?

  • Grundsätzlich sind die beiden Projekte voneinander unabhängig, und das Nahwärmenetz hängt nicht von der Fertigstellung des Solarparks ab.
  • Wir stehen jedoch in engem Austausch und planen, den Strom für die Wärmepumpe vom Solarpark zu beziehen. das wäre für beide Projekte sehr vorteilhaft und könnte den Wärmepreis noch weiter senken.

Teilnehmer

Wer darf mitmachen?

Grundsätzlich freuen wir uns über jeden Interessenten! Das Kerngebiet ist der Lindenberg in Pöcking (also alle Gebäude mit Adresse “Lindenberg”), aber auch naheliegende Gebäude (z.B. Weilheimer Straße, Kelten- oder Birkensiedlung) sind denkbar. Welche davon schließlich angeschlossen werden, entscheidet sich schlussendlich über die Entfernung, die Anzahl und den Verbrauch der Gebäude. Wenn Sie also im Umkreis des Lindenbergs wohnen und Interesse haben, dann melden Sie sich auch gerne bei uns.

Wer macht schon mit?

Wir haben insgesamt Rückmeldung von ca. 120 Wohnhäusern sowie von 2 Mehrfamilienhäusern. In unserer letzten Umfrage (November 2025) hatten wir knapp 100 Rückmeldungen, und davon haben 80% ihr Interesse für einen Nahwärme-Anschluss bekundet. Unsere Hoffnung ist aber, dass sich noch viele weitere Anwohner für die Nahwärme begeistern lassen – denn je mehr wir sind, desto günstiger wird es für jeden Einzelnen!

Wie kann ich dazu beitragen, dass möglichst viele mitmachen?

Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn über das Nahwärmenetz und melden Sie sich bei uns! Wir können immer Leute brauchen, die uns dabei unterstützen, das Projekt bei möglichst vielen Nachbarn bekannt zu machen. Denn je mehr wir sind, desto besser für jeden!

Details zu Anschluss und Umbau im Haus

Welche Vorlauftemperaturen sind mit Nahwärme möglich / sinnvoll? Bekomme ich damit mein Haus warm?

Wir planen aktuell mit 80°C Vorlauftemperatur, so dass jedes Haus ausreichend warm wird.

Was muss bei mir im Haus eingebaut werden, und wie sieht das dann aus?

Kann ich mich im Nachhinein, wenn das Netz schon fertig gelegt ist, noch für einen Anschluss entscheiden?

  • Leider nein, das Netz muss beim Bau für alle Anschlussnehmer geplant und gebaut werden.
  • Wenn Sie keinen Voll- oder zumindest Hausanschluss beantragt haben, ist ein nachträglicher Anschluss nicht bzw. nur unter sehr hohen individuellen Kosten möglich.

Kann nicht statt dem Anschluss im Keller außerhalb des Hauses nur ein Abzweig / T-Stück für den späteren Anschluss vergraben werden?

  • Das ist nicht wirtschaftlich, da sonst für jeden Haushalt nachträglich der Weg zum Haus aufgerissen werden müsste, und auch das T-Stück selbst schon ein großer Kostenfaktor ist

Kann ich den Umbau auch selbst machen / beauftragen?

  • Ja, aber die Entsorgung der alten Heizung muss von einem Handwerksbetrieb zumindest bestätigt werden (ohne Entsorgung entfällt die Förderung).
  • Wir planen, den Anschlussnehmern ein schlüsselfertiges Nahwärme-Paket anzubieten, so dass Sie sich keine Gedanken über den Heizungstausch machen müssen. Dies stellt aber keine Verpflichtung dar – Sie können die Arbeiten auch vom Heizungsbauer Ihres Vertrauens erledigen lassen.

Muss ich meine Heizkörper ersetzen?

  • Nein. Wir planen die Vorlauftemperatur mit 80°C, das genügt auch für alte Heizkörper.
  • Allerdings erhöht ein Austausch der Heizkörper die Effizienz, verringert damit Ihren Energieverbrauch und spart damit mittelfristig Geld. Es ist daher zu überlegen, ob im Rahmen der Umbauten die Heizkörper gleich mit getauscht werden.
  • Ein Heizkörpertausch kann aber auch jederzeit nachträglich erfolgen.

Wird auch Glasfaser verlegt?

Ja, das planen wir. Glasfaser wird es dann jedoch nur für Anschlussnehmer (Voll- oder Hausanschluss) geben können – Das Nahwärmenetz hat keine Versorgungspflicht für alle.

Mit einer eigenen Wärmepumpe bin ich unabhängiger als mit einem Nahwärmeanschluss

  • Das ist ein Trugschluss: Mit einer eigenen Wärmepumpe sind Sie ja weiterhin abhängig vom Hersteller und genauso von Ihrem Installateur.
  • Beim Nahwärmeanschluss haben Sie mit der Betriebs-GmbH einen festen und zuverlässigen Ansprechpartner, der sich auch im Störungsfall sofort um alles kümmern kann.
  • Die heute schon vorhandene Abhängigkeit vom Gasnetzbetreiber, Hersteller der Gasheizung und Installationsbetrieb reduziert sich beim Nahwärmenetz auf die Betriebs-GmbH.

Besteht die Gefahr, dass das Gasnetz am Lindenberg stillgelegt wird?

Dazu haben wir zwar keine konkreten Informationen, aber aktuelle Umfragen zeigen, dass aktuell jede fünfte Kommune in Deutschland plant, ihr Gasnetz bis spätestens 2045 stillzulegen, da sich für viele Versorger sich der Betrieb und Erhalt eines Gasnetzes für immer weniger Abnehmer nicht mehr rentiert.

Weder der Staat noch die Gemeinde noch ein Betreiber hat hier eine Versorgungspflicht – das ist Verantwortung der Eigentümer!

Details zu Heizzentrale und Netz

Wenn die Heizzentrale in Sichtweite der Häuser steht, ist das nicht zu laut?

  • Bei der Auswahl des Grundstücks für die Heizzentrale legen wir großen Wert auf Lärm- und Sichtschutz. Wir haben daher für alle potenziellen Standorte Schallberechnungen durchgeführt. In die engere Auswahl kamen nur Grundstücke, bei denen garantiert ist, dass die Geräuschintensität selbst bei Volllast, ohne zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen und für die nächstgelegenen Häuser, unter 35 dB(A) liegt. 
  • Darüber hinaus planen wir weitere Lärm- und Sichtschutzmaßnahmen, wie eine Einfriedung mit Bäumen, um die Lärmbelästigung auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. 
  • Damit werden wir die Lärm-Immissionen nicht nur weit unter den gesetzlichen Anforderungen, sondern auch deutlich unter den Werten von individuellen Luft-Wärmepumpen halten.

Wird das Wärmenetz mit Stahl- oder Kunststoffrohren geplant?

  • Das ist noch nicht entschieden, beide Methoden sind langjährig erprobt und haben ihre eigenen Vor- und Nachteile.
  • Wir werden die insgesamt für uns alle wirtschaftlichste Lösung wählen – das hängt noch von vielen Parametern ab und muss/kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden werden.

Wird eine Hackschnitzelheizung als Redundanz geplant?

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden eine Hackschnitzelheizung und eine Großwärmepumpe als mögliche Wärmequellen verglichen. Die Wärmepumpe erwies sich dabei nicht nur hinsichtlich der Emissionen, sondern auch bezüglich der Kosten als vorteilhafter. Aus diesem Grund ist die Wärmepumpe die Grundlage unserer aktuellen Planungen.

Warum keine Biogasanlage?

Obwohl in der Umgebung ausreichend Biomasse vorhanden wäre, fehlt es an einem Landwirt oder Investor, der bereit und in der Lage ist, eine entsprechende Anlage zu betreiben.

Was ist, wenn das Netz oder eine Anlage ausfällt? Gibt es einen 24/7 Service?

  • Ja. Die Betriebs-GmbH wird sich um das komplette System kümmern, also Netz, Heizzentrale und Hausinstallation.
  • Es werden sämtliche Komponenten des Systems rund um die Uhr überwacht, damit Störungen frühzeitig erkannt und behoben werden können, bevor sie sich auswirken.
  • Sollte doch einmal etwas nicht funktionieren, wird ein rund-um-die-Uhr Vor-Ort-Service sichergestellt, der sich innerhalb kurzer Zeit mit dem
  • Aus diesen Gründen gehört erfahrungsgemäß Nah- und Fernwärme zu den Heizarten mit den geringsten Ausfallquoten.

Kosten und Förderung

Welche Kosten kommen beim Anschluss ans Nahwärmenetz (Vollanschluss) auf mich zu?

Beim Vollanschluss an das Nahwärmenetz entstehen folgende Kosten:

→ Eine Gesamtkostenrechnung für Ihr Haus finden Sie auf unserer Webseite waermenetz-lindenberg.de

Was kostet mich der Vollanschluss und was bekomme ich dafür?

  • Einmalige Anschlusskosten i.H.v. ca. 14.500€ (förderfähig über KfW 458 zu 30-70%, s.u.)
  • Enthalten sind: Alle Erd-und Verlegungsarbeiten incl. Hauptleitung, Abzweig, Anschlussleitung, Kernbohrung, Wärmeübergabestation und Einbindung = eine funktionierende Heizung (Erzeugungsanlage)
  • Nicht enthalten sind: Individuelle Kosten für den Umbau der Heizung und Trinkwarmwasserbereitung (ebenfalls förderfähig über KfW 458 zu 30-70%)

Was kostet ein vorläufiger Anschluss und was bekomme ich dafür?

  • Einmalige Anschlusskosten i.H.v. ca. 7.500€1  (NICHT förderfähig)
  • Enthalten sind hierbei nur der Anschluss bis zur Kellerwand (innen), also alle Erd-und Verlegungsarbeiten incl. Hauptleitung, Abzweig, Anschlussleitung, Kernbohrung und Abschluss.
  • Nicht enthalten sind die Wärmeübergabestation und die Einbindung.

Was kostet der Umbau in meinem Haus?

  • Zusätzlich zu den Anschlusskosten kommt noch der Umbau Ihrer aktuellen Heizungsanlage (→ Was muss bei mir im Haus eingebaut werden, und wie sieht das dann aus?)
  • Dabei wird die alte Heizung, Speicher etc. ausgebaut und entsorgt und die Übergabestation (enthalten in den Anschlusskosten) and die Heizrohre und Warmwasserversorgung angeschlossen. Außerdem muss noch ein hydraulischer Abgleich der Heizkörper erfolgen, damit die Wärme gleichmäßig und effizient im Haus verteilt wird.
  • Der Aufwand und damit auch die Kosten dafür sind sehr abhängig von Ihrer bestehenden Heizungsanlage – ein guter Erfahrungswert sind ca. 8000€1.
  • Auch diese Kosten werden aktuell mit 30% – 70% gefördert (siehe → Was wird wie gefördert?).

Wie hoch sind die laufenden Kosten?

  • Neben den einmaligen Kosten für den Anschluss (siehe Was kostet mich der Vollanschluss und was bekomme ich dafür?) fallen noch laufende Kosten an.
  • Zur groben Orientierung: Die laufenden Gesamtkosten werden sich im Durchschnitt zwischen 13-15 ct pro kWh1 bewegen – dies ist der rechnerische Durchschnitt von allen Kosten, also Arbeitspreis und Grundpreis geteilt durch den Jahresverbrauch.
  • Im Detail: Das Preismodell sieht einen Arbeitspreis (Wärmepreis) und einen Grundpreis vor:
  • Der Arbeitspreis (Wärmepreis) wird voraussichtlich zwischen 11 und 13 ct pro kWh abgenommener Wärme liegen1. Berechnet wird nur die tatsächlich abgenommene und nutzbare Wärmemenge – anders als bei einer Gasheizung wo aus einer kWh Gas nur ca. 0,9 kWh Wärme entstehen. Wenn Sie also z.B. fürs Gas 10 ct/kWh zahlen, dann haben Sie eigentlich einen Wärmepreis von 10/0,9 = 11,1 ct/kWh
  • Der Grundpreis wird voraussichtlich bei ca. 30€ pro Jahr und kW Heizlast liegen1. Eine gute Schätzung für die Heizlast (maximale Heizleistung) bekommt man, indem man den Jahresverbrauch durch 1600 Volllaststunden teilt – ein durchschnittliches Lindenberghaus mit 16000 kWh Jahresverbrauch hat also ca. 10kW Heizlast, und damit 300€ Grundpreis im Jahr.

Was wird wie gefördert?

  • Förderfähig sind Anschlusskosten + individuelle Umbaukosten, maximal 30.000€
  • Grundförderung: 30% der förderfähigen Kosten
  • Geschwindigkeitsbonus:  +20% – nur bei Eigennutzung und Gasheizung mindestens 20 Jahre alt
  • Einkommensbonus: +30% – nur bei Eigennutzung und zu versteuerndem Haushaltseinkommen von maximal 40.000€
  • Fördersatz wird auf maximal 70% begrenzt
  • Zusätzlich KfW Ergänzungskredit (Kredit Nr. 358, 359)
  • Das Netz und die Wärmeerzeugungsanlage selbst werden nach BAFA BEW zu 40% gefördert

Wann werden Zahlungen fällig?

  • Mit dem Vorvertrag wird noch keine Zahlung fällig
  • Mit dem Vorvertrag kann die Förderung beantragt werden
  • Bei Baubeginn werden dann voraussichtlich erste Abschlagszahlungen fällig, dies wird im Vorvertrag / Liefervertrag geregelt.

Was muss ich machen, um die Förderung zu bekommen?

Wir unterstützen Sie bei der Beantragung des Förderantrages.

Konkret erfolgt das in folgenden Schritten:

  • Abschluss des Wärmeliefervorvertrages vom Nahwärmenetzbetreiber.
  • Einholen eines Angebots vom Heizungsbauer für die individuellen Umbaukosten (Demontage Altanlage, hydraulischer Abgleich etc.) – nur falls Sie den Umbau von Ihrem eigenen Heizungsbauer durchführen lassen wollen, ansonsten erstellen wir das für Sie.
  • Beauftragung eines Energieberaters (auch hier können wir Ihnen Empfehlungen geben – beauftragen müssen Sie aber noch selbst).
  • Antragstellung der Förderung (KfW 458) durch den Energieberater, bevor die Beauftragung des Heizungsbauers erfolgt (Planung und Angebot dürfen vorab erstellt werden).
  • Durchführung der Umbaumaßnahmen nach Erhalt des Zuwendungsbescheids.
  • Nachweis der durchgeführten Maßnahmen und Rechnungen zur Auszahlung der Förderung (ebenfalls über den Energieberater).

Ich habe in den letzten Jahren mein Haus energetisch saniert / gedämmt etc. Werde ich jetzt nochmal belastet?

Im Gegenteil: Die Nahwärme lohnt sich ja im Vergleich zur eigenen Heizung durch die besonders niedrigen Investitionskosten, während die Verbrauchskosten (pro kWh) im Vergleich etwas höher sind. Dadurch sparen Sie mit jeder eingesparten kWh Energie bei der Nahwärme sogar noch mehr als mit Ihrer eigenen Gasheizung!

Ich habe ein altes unsaniertes Haus, das viel Energie verbraucht (25.000 kWh oder mehr im Jahr). Lohnt sich dann für mich der Anschluss ans Wärmenetz?

  • Der Verbrauchspreis ist bei der Nahwärme je nach Szenario etwas höher als bei der Luft-Wärmepumpe. Auch im Vergleich zu den aktuellen Gaspreisen liegen sie noch etwas höher, doch unter Einbeziehung der zu erwartenden Preissteigerungen (u.a. durch CO2-Preis und steigende Gasnetzentgelte) über die gesamte Laufzeit von 20 Jahren ist auch hier die Nahwärme in jedem Fall günstiger.
  • Nach unseren Berechnungen wird im schlechtesten Szenario die Nahwärme erst bei einem Jahresverbrauch von ungefähr 30.000 kWh im Jahr teurer als die eigene Wärmepumpe. Sollten Sie wirklich so viel Energie verbrauchen, dann würden sich in jedem Fall Sanierungsmaßnahmen (Dachdämmung etc.) lohnen. Diese sind aber keine zwingende Voraussetzung für den Anschluss an das Wärmenetz, da wir bei 80° Vorlauftemperatur wirklich jedes Haus warm bekommen.

→ Rechnen Sie Ihre individuellen Heizkosten über 20 Jahre selbst aus mit unserem Heizkostenrechner unter waermenetz-lindenberg.de

Gas ist aber billiger!

Dies ist ein Trugschluss:

  • Der aktuelle Grundtarif von ESB (Stand Ende November 2025) liegt bei 12,7 ct/kWh und 252€ Grundpreis. Dies ist bereits jetzt teurer als die Nahwärme, und dabei sind noch keine Nebenkosten (Wartung Heizung, Kaminkehrer etc.) eingerechnet.
  • Es gibt aktuell aber auch günstigere Gas-Anbieter, bei denen der Arbeitspreis z.B. bei 8 ct/kWh liegt. Dies erscheint zunächst deutlich günstiger als der Nahwärmepreis. Dabei ist aber folgendes zu beachten:
  • Eine Gasheizung hat einen Wirkungsgrad von ca. 90%. Das heißt dass für 1 kWh Wärme ca. 1,11 kWh Gas bezogen werden müssen, und damit liegt der Preis nicht mehr bei 8 sondern bei ca. 8,9 ct/kWh Wärme
  • Eine Gasheizung hat deutlich höhere Grundkosten als der Nahwärmeanschluss. Unter anderem Netz- und Zählergebühr, Wartung, Kaminkehrer etc. entfallen bei der Nahwärme bzw. sind bereits im Grundpreis enthalten.
  • Die Gaspreisentwicklung wird in den nächsten 20 Jahren deutlich über der Inflation liegen. Dies liegt an folgenden Faktoren (Quelle):
  • CO2-Abgabe: Der CO2-Preis wird im Laufe der kommenden Jahre deutlich steigen und damit fossile Energieträger wie Erdgas immer teurer machen.
  • Netzentgelte: Die Betreiber der Gasnetze müssen ihre Kosten auf immer weniger Kunden umlegen.
  • Grüngas-Beimischung: Es ist vorgeschrieben, dass dem fossilen Erdgas mehr und mehr “Grüngas” beigemischt wird (ab 01.01.2029: 15%, ab 01.01.2035: 30%, ab 01.01.2040: 60%). Es ist absehbar, dass diese Gase deutlich teurer sein werden als Erdgas, und daher den Gaspreis zusätzlich in die Höhe treiben.

→ Statt bei Ihrer Entscheidung nur auf den aktuellen Gaspreis zu schauen, sollten Sie die Gesamtkosten unter Berücksichtigung der Kostenentwicklung über die Gesamtlaufzeit Ihrer Heizung betrachten. Dies geht ganz einfach mit dem Heizkostenrechner auf unserer Webseite:  waermenetz-lindenberg.de

Ist eine eigene Wärmepumpe günstiger?

Wärmepumpen sind eine tolle Technologie, da sie aus einer kWh Strom ein Vielfaches (typischerweise 3-5) kWh Wärme erzeugen können. Heutzutage sprechen wir eigentlich fast nur noch von Luft-Wärmepumpen, welche die Wärme aus der Luft entnehmen, da sie gegenüber Erdwärmepumpen aufgrund der entfallenden Bohrkosten meist deutlich wirtschaftlicher sind. Die Verbrauchskosten sind meist deutlich günstiger als eine vergleichbare Gasheizung und auch etwas günstiger als die Nahwärme – zumindest im teureren Szenario 1.

ABER:

  • Wärmepumpen haben deutlich höhere Anfangsinvestitionen. Dadurch kann von den Gesamtkosten her die Wärmepumpe erst ab einem Jahresverbrauch von ca. 30.000 kWh mit der Nahwärme mithalten.
  • Wärmepumpen laufen am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen, mit denen man die meisten Lindenberghäuser nicht warm bekommt. Und selbst wenn sie Vorlauftemperaturen von 50-60°C erzeugen können, wird ihre Arbeitszahl dabei so niedrig, dass der Verbrauchsvorteil gegenüber der Nahwärme verschwindet.
  • Wärmepumpen sind aufwendig in der Planung und Installation. Die Planung der Hydraulik und auch der Einbau erfordern geschultes Personal, das immer noch zu knapp ist. Daher setzen viele Heizungsbauer auf eine Standard-Installation mit Trennpuffer – diese funktioniert zwar in jedem Haus, erzeugt aber hohe Einbußen bei der Effizienz.
  • Luft-Wärmepumpen erzeugen Schall. Neuere Modelle sind zwar schon weniger laut, aber gerade in engen Nachbarschaften wie dem Lindenberg ist es schwierig, die nötigen Abstände einzuhalten, um die von der TA Lärm geforderten Immisionsgrenzen (35 dBA in der Nacht) einzuhalten.
  • Luft-Wärmepumpen erfordern in der Regel ein Außengerät. Im dicht bebauten Lindenberg würde es Ästhetik des Viertels massiv beeinträchtigen wenn in den meisten Vorgärten ein solches Gerät stünde.

Meine Heizung ist noch sehr neu. Ist ein Vollanschluss dennoch rentabel?

  • Dies ist nicht allgemein zu beantworten, sondern im Einzelfall  durchzurechnen (siehe Heizungsrechner auf der Webseite).
  • Es hat sich aber bei vielen Nachbarn gezeigt, dass der sofortige Vollanschluss in den meisten Fällen günstiger ist, als eine (neue) Gasheizung noch ein paar Jahre laufen zu lassen und dann erst voll anzuschließen.
  • Auch wenn es bedauerlich ist, eine relativ neue Heizungsanlage wieder zu demontieren: Sollte Ihre Heizung noch sehr neu sein, hätten Sie bei einem sofortigen Vollanschluss voraussichtlich deutlich geringere Umbaukosten. Zudem könnten Sie die aktuelle Anlage noch weiterverkaufen und dadurch die Gesamtrechnung weiter optimieren.

Ich bin schon älter, für mich lohnt sich die Investition nicht mehr.

  • Doch, tut sie – Sie erhöhen z. B. den Wert Ihrer Immobilie durch den Nahwärmeanschluss spürbar.
  • Und Sie tun etwas für die nachfolgenden Generationen! Jeder von uns kann und muss dazu beitragen, dass die nachfolgenden Generationen auch eine lebenswerte, intakte Umwelt vorfinden. Mit einem Nahwärmenetz, das nicht auf fossilen Brennstoffen beruht, machen Sie einen wichtigen und richtigen Schritt.
  • Eine Ablösung der aktuellen Gasheizung muss in absehbarer Zeit aufgrund der gesetzlichen Regelungen sowieso erfolgen, und ein Käufer oder die Erben müssen diese Investition einkalkulieren, was den Wert bzw. Kaufpreis reduziert.
  • Ein Haus mit eine zukunftssicheren Heizung erhöht den Kaufpreis und den Wert für Käufer, Nachbesitzer, Erben und auch für Sie!

Was ist der Unterschied zwischen einem Vollanschluss und einem Hausanschluss?

  • Bei einem Vollanschluss wird die komplette Heiz- und Warmwasseranlage ersetzt, Sie werden sofort bei Lieferbeginn mit Wärme versorgt.
  • Bei einem Hausanschluss wird nur die Versorgungsleitung in Ihren Keller gelegt und dort verschlossen, so dass Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt anschließen können.
  • Der Vollanschluss ist förderfähig (30% – 70%).
  • Der Hausanschluss ist NICHT förderfähig, sie müssen diesen also komplett selbst finanzieren.

Ich bin mir unsicher und möchte deshalb erst einmal nur einen Hausanschluss haben.

  • Damit das Nahwärmenetz für alle rentabel betrieben werden kann, brauchen wir eine Mindestanzahl von Vollanschlüssen.
  • Je mehr, desto günstiger wird es für alle.
  • Wir haben 2 Modellszenarien gerechnet:
  • Bei 80 Vollanschlüssen ist das Nahwärmenetz rentabel realisierbar mit einem Verbrauchspreis von 13-15ct/kWh.
  • Schaffen wir es auf 120 Anschlüsse zu kommen, sinkt der Verbrauchspreis für alle auf ca. 11ct/kWh.
  • Bekommen wir zu wenige Anmeldungen für einen Vollanschluss, ist das gesamte Projekt nicht mehr realisierbar.

Zeitplan

Wann kommt die Nahwärme?

  • Aktueller Plan: Wärmeversorgung spätestens ab der Heizperiode 2027/28

Was sind die nächsten Schritte?

  • Wir warten auf Rückmeldung aller Haushalte, ob Sie an einem ein Voll- oder nur an einem Hausanschluss interessiert sind („Absichtserklärung“) – oder gar nicht.
  • Mit diesen Rückmeldungen können wir die Kalkulation für ein verbindliches Angebot erstellen.
  • Damit können dann die Vorverträge erstellt und die Betriebs-GmbH gegründet werden.
  • Mit Ausfertigung bzw. Unterschrift der Vorverträge kann dann die individuelle Förderung (30% – 70%) beantragt werden. Dies werden wir zentral organisieren.
  • Um die Förderung von Heizzentrale und Netz kümmert sich die Betriebs-GmbH.
  • Damit ist die Bahn frei für den Beginn der Bauarbeiten
  • Wir erwarten, dass die Wärmeversorgung ab der Heizperiode 2027/2028 beginnt.

Betreiber und Bürgerbeteiligung

Wer ist der Betreiber / Investor des Nahwärmenetzes? Wie ist die Bürgerbeteiligung?

  • Wir sind aktuell auf der Suche nach möglichen Investoren / Betreibern, sind aber sehr offen für Modelle mit bürgerschaftlicher Beteiligung (z.B. Genossenschaft). Unser Ziel ist: Aus der Gemeinde, für die Gemeinde.

Gibt es eine Genossenschaft oder eine Regionalgruppe?

  • Die Rückmeldung bei der letzten Veranstaltung zu einer Genossenschaft war letztlich eher verhalten.
  • Wir werden deshalb die Gründung einer Regionalgruppe der EGIS eG angehen.
  • Für den Betrieb und die Eigentümerschaft des Netzes macht das keinen Unterschied .

Man liest in letzter Zeit viele Schreckensmeldungen von Nah- und Fernwärmenetzen: Fernwärme sei die teuerste Form von Wärme, es gebe hohe Preissteigerungen und man sei dem Netzbetreiber schutzlos ausgeliefert. Warum sollten wir uns darauf einlassen?

  • Ja, es gab gerade in den letzten beiden Jahren viele Fälle von Preiserhöhungen bei Nah- und Fernwärme. Dies hatte mehrere Gründe: Erstens wurde die Wärme in diesen Netzen meist aus fossilen Energien (v .a. Gas) erzeugt, welche sich im Zuge der Energiekrise 2021-2023 massiv verteuerten. Diese Kostensteigerung leiteten die Wärmenetzbetreiber – meist mit einem Jahr Verzögerung – an die Kunden weiter, wodurch die Verbrauchspreise gerade im letzten Jahr weiter anstiegen, als die Gas- und Strompreise schon wieder fielen. Während die relativ konstanten Preise bei Nah- und Fernwärme im ersten Jahr der Energiekrise keine guten Schlagzeilen abgaben, waren die hohen Steigerungen im letzten Jahr dagegen ein gefundenes Fressen.
  • Grundsätzlich ist wichtig zu verstehen, dass der Gesetzgeber bereits jetzt enge Grenzen setzt für die Preisgestaltung durch den Netzbetreiber: Der Grund- und Verbrauchspreis wird bei Vertragsabschluss vereinbart, zusammen mit einer Preisgleitklausel, die auf offiziellen Indizes (z.B. dem allgemeinen Verbraucherpreisindex und dem Strompreis) basiert. Es ist also gerade nicht so wie häufig dargestellt, dass gierige Netzbetreiber nach Belieben die Preise hochschrauben können. Die Preisgestaltung ist also von vornherein festgelegt und die Teilnehmer können und müssen sich vorab überlegen, ob sie sich darauf einlassen wollen oder nicht.