Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
es gibt zwei Neuigkeiten, die wir mit euch teilen möchten: beide aus Berlin, über eine freuen wir uns weniger, über die andere dafür umso mehr.
Das neue Heizungsgesetz und die BAFA-Förderung
Am 10. Juli hat der Bundestag beschlossen, das bisherige Gebäudeenergiegesetz – von vielen „Heizungsgesetz“ genannt – durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) zu ersetzen. Für uns ändert sich damit einiges.
Die wichtigste Änderung: Die Vorgabe, dass neue Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energien laufen müssen, fällt weg. Gas- und Ölheizungen dürfen also grundsätzlich wieder eingebaut werden. Das klingt erst mal nach mehr Freiheit, hat aber einen Haken. Gleichzeitig kommt die sogenannte Biotreppe: Dem Gas muss künftig ein immer größerer Anteil Biogas beigemischt werden. Und Biogas ist teuer – Heizen mit Gas wird dadurch Jahr für Jahr spürbar teurer.
Was wir euch schon oft gezeigt haben, gilt damit umso mehr: Über die nächsten 20 Jahre gerechnet kostet euch eine Gasheizung deutlich mehr als eine Wärmepumpe – oder unsere Nahwärme. Und wer uns nicht glauben mag: Unser Bundestagsabgeordneter Dr. Michael Kießling (CSU) hat uns gerade auf eine Anfrage unsererseits vorgerechnet, dass eine Gasheizung über 20 Jahre rund 30.000 Euro mehr koste als eine Wärmepumpe. Da unsere Nahwärme unterm Strich sogar noch etwas günstiger ist als die Wärmepumpe, gilt das für sie natürlich erst recht.
Und die Förderung? Die wurde quasi über Nacht mit angepasst. Die Eckdaten in Kürze: Die maximal förderfähigen Kosten sinken von 30.000 auf 28.000 Euro, und der Klimageschwindigkeitsbonus geht von 20 auf 16 % zurück. Dafür wird der Einkommensbonus breiter gestaffelt – er gilt jetzt bis zu einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro, mit mindestens einem Kind sogar bis 60.000 Euro.
Unterm Strich heißt das für euch:
- Für die meisten Haushalte fällt die Förderung künftig etwas geringer aus. Wer allerdings unter 50.000 Euro im Jahr verdient (mit Kind unter 60.000), bekommt sogar ein bisschen mehr als bisher.
- Schnell sein lohnt sich. Die nächste Kürzung steht zum 1. Februar 2027 an. Wir bereiten deshalb so bald wie möglich Lieferverträge für euch vor, mit denen ihr eure Förderung frühzeitig einreichen und damit sichern könnt.
- Die Kürzungen treffen die Wärmepumpe stärker als den Nahwärmeanschluss, weil dort die Anfangsinvestition höher ist.
Für euch heißt das: Im Vergleich zur Wärmepumpe wird die Nahwärme noch einmal ein Stück attraktiver. Und dass eine Gasheizung auf lange Sicht nicht mithalten kann, hatten wir ja schon gesagt.
Übrigens: Die neuen Regeln – sowohl das GModG als auch die angepasste Förderung – haben wir bereits in unseren Heizungsrechner eingebaut. Dort könnt ihr selbst durchspielen, wie sich die Änderungen bei euch auswirken: https://waermenetz-lindenberg.de/heizungsrechner/
Wir sind ausgezeichnet worden: CommunitE-Innovation
Jetzt zur schönen Nachricht: Unser Projekt wurde als besonders innovativ ausgewählt und in das Förderprogramm CommunitE-Innovation aufgenommen, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert wird.
Konkret bekommt die EGIS eG bis zu 100.000 Euro, um wichtige Fragen rund um unser Wärmenetz gründlich auszuarbeiten. Dazu gehören unter anderem die Organisationsstruktur und die passende Rechtsform (als Regionalgruppe Pöcking der EGIS eG), die lokale Sektorenkopplung und die Abstimmung mit der Pöckinger Energie eG, die Erschließung samt der nicht ganz einfachen Grundstücks- und Eigentumsfragen am Lindenberg sowie die Bürgerbeteiligung.
Wir freuen uns riesig über diese Auszeichnung – und über die Unterstützung, die am Ende natürlich allen zugutekommt, die mitmachen.
Bei Fragen meldet euch jederzeit bei uns.
Herzliche Grüße,
Euer Team vom Wärmenetz Lindenberg
